Hundeführerscheinprüfung BHV am 29.11.09

Alle Zweibeiner waren nervös, das merkte ich, während wir Hunde ganz normal waren. Vor der Prüfung, die ca. 4,5 Stunden währte, ging Udo mit mir noch ins Gelände, ließ mich meine Geschäfte machen und balancierte mich auf sich ein, so dass ich wusste, dass ich heute ganz besonders gut folgen musste. Bei der Theorieprüfung saßen alle am Tisch, auch die nette Prüferin vom BHV. Nach ca. 1,5 Std. hatten alle bestanden, nun kam ich - wir Hunde - an die Reihe. Wir gingen zuerst ins Gelände am Birketweiher. Dies sollte der ablenkungsarme Teil (A) werden, doch es sollte ganz anders kommen. Fremde Hunde kreuzten unsere Prüfung, dann noch Radfahrer, Kinderhorden und last not least vier Pferde. So konnten die Mensch-Hunde-Teams zeigen was sie gelernt hatten. Dort sollten wir zeigen, dass wir mit Maulkorb laufen können, dass wir uns überall anfassen lassen können und dass wir das Abbruchsignal sicher beherrschen. Auch wurde unsere Chipnummer kontrolliert.

Dann fuhren wir zum Bahnhof. Hier war der größte Stress für uns. Wir Hunde mussten zeigen, dass wir ganz ruhig blieben, auch wenn Züge einfuhren, mussten in die Schalterhalle gehen, dort ruhig liegen bleiben, trotz der vielen Menschen und Ablenkungen. Dann die Treppen runtergehen, dann mit dem Aufzug wieder rauf fahren. Und zwischendurch versuchte die Prüferin uns immer wieder abzulenken mit Schweineohren oder auf uns zuzugehen und uns zu bedrängen. Also ich ignorierte sie einfach mit ihren Schweineohren und mein Herrchen war immer rechtzeitig da und splittete. So kam sie gar nicht in unsere Vertrauenszone (1 Meter Zone), und ich hatte meine Ruhe; denn Udo als Rudelführer regelte alles zu meiner Zufriedenheit. Anschließend ging es in die Buchhandlung am Bahnhof! Glatter Boden, den mag ich nicht so sehr. Dann wollte die Prüferin, dass Udo mich zwischen all den Büchern ablegt und weggeht; das hat er noch nie gemacht. Nun gut, wenn es sein muss, so machte ich auch dieses ohne Fehl und Tadel. Dann Ablage auf dem Vorplatz. Und wie bestellt kam sogar ein richtig Betrunkener auf uns zu und sagt wie schön ich doch sei. Udo war bereit und schirmte mich gleich ab. Nach dem alle geprüft waren ging es weiter zum Joggingpfad am Tierheim.

Dort sollten wir zeigen, dass wir mit Joggern freundlich umgehen gelernt haben, also nicht hinterherlaufen oder sie gar verbellen. Udo hatte noch zwei Mensch-Hunde-Teams bestellt, die uns begegnen sollten, damit wir auch hier zeigen konnten, was wir gelernt hatten. Zwischendrin ging die Prüferin immer wieder mit ihrer eigenen Hündin durch unsere Reihen und testete unsere Sozialisierung. Und wieder flog hier und da ein Schweineohr, doch keiner von uns tanzte aus der Reihe. Dann galt es auf Kommando zu folgen: Steh, Sitz, Platz und Freiablage. Die Prüfung hier dauerte ca. eine Stunde. Menschen und Hunde waren geschafft, doch voller Freude; denn wir wussten nun alle, dass wir die Prüfung bestanden hatten.

Danach ging es wieder heim zum Feiern. Der Tisch war schon gedeckt und die Urkunden für die Menschen und die Plaketten für uns Hunde warteten schon..... Ich durfte wieder dabei sein, so konnte ich auch dem Gedicht lauschen, das Marlies meinem Herrchen Udo für seine tolle Arbeit gewidmet hatte. Udo war richtig gerührt. (hier geht es zu den Fotos)
 

Hundeführerschein Vorbereitung 2009

Meine anfänglichen Freiheiten wurden letztes Jahr zusehends eingeschränkt; denn mein Herrchen Udo verfolgte ein Ziel mit mir: den Hundeführerschein! Er hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, wollte auf jeden Fall falschen Ehrgeiz vermeiden, doch mit mir auch dieses Ziel erreichen. Wie meistens schaute er auf mich, wie ich mich dabei fühle und ob es für uns als Team Freude bedeutet oder lediglich Stress. Nach langer Zeit des Abwägens entschloss sich Udo schließlich doch für den Hundeführerschein - und so begann unsere gemeinsame Arbeit: Leinenführigkeit, Freiablage, Freifolge, Rückruf, Stadt, Bahnhof, Bus- und Zug fahren. Auhweia! Jeden Tag trainierten wir ca. eine Stunde. Danach steht Wandern in der schönen Natur auf dem Tagesplan. So bin ich jeden Tag ca. 3 Stunden draußen unterwegs.

Die Krimmler Wasserfälle (24.-28.09.09)

Ich spüre schon die Veränderung; Herrchen packt die Rucksäcke. Im Vorraum stehen so viele Dinge, die ich schon von anderen Reisen kenne. Ich hörte Herrchen sagen, dass wir beide wieder in den Naturschutzpark Hohetauern fahren; dieses Mal aber mehr östlich - zu den Krimmler Wasserfällen. Ich bin sehr gespannt und freue mich riesig mit Herrchen auf diese Naturerlebnis. Dort wollen wir wandern und die Schönheit und Herrlichkeit der Natur mit allen Sinnen und mit ganzem Herzen erleben. (Hier sind die Fotos.)

Mein Herrchen hat das heute jemandem geschrieben:

Das Thema Hund ist unerschöpflich, deswegen möchte ich an dieser Stelle meine ganz spezielle Sichtweise zum Thema Hund einbringen:

Es ist kein Zufall, dass Ihr Hund zu Ihnen, so wie meiner (damit meint er mich - na ja und Lady und Mausi natürlich!) zu mir gekommen ist! Warum? Weil er Ihnen wie mir hilft, uns  als Mensch und Persönlichkeit hin zum Wesentlichen weiter zu entwickeln. Doch was ist das Wesentliche? - Denn im Gegensatz zum Hund haben wir unsere natürlichen Instinkte meist schon verloren, sind entwurzelt von der Natur, den eigenen Ahnen, den Eltern, manchmal auch der eigenen Familie - und am anderen (Kopf-)Ende vom Himmel.

So scheinen wir zu schweben zwischen Erde und Himmel. Diesen wesentlichen Verlust an Verbundenheit zeigt sich in unserer Instinktlosigkeit, unserem Mangel an Intuition und Natürlichkeit, den viele Menschen durch zweckdienliches Denken in Richtung immer mehr, größer und schneller zu kompensieren versuchen. Doch scheint sich genauso schnell das damit angestrebte Glück weiter von uns wegzubewegen. So finden wir in unserer erdachten, künstlichen Welt immer weniger Zeit, innezuhalten, um IHM Demut, Vertrauen, Respekt und Liebe entgegenzubringen, uns von IHM führen zu lassen, uns zu IHM hinzubewegen. Unser Hund ist auch hier wieder unser Spiegel und Lehrer zugleich!

Wie hilfreich und vermittelnd steht uns unser Hund von Anfang an zur Seite! Indem wir uns interessiert zeigten für seine Eltern und Geschwister, weckten wir in uns auch wieder das Gespür für unsere eigene Familie, unsere Wurzeln, unseren Stammbaum. Durch seine Liebe und Treue, durch seine Natürlichkeit motiviert er uns jeden Tag aufs Neue, ja führt uns vorauslaufend in die Natur und damit zurück zum Wesentlichen, zu unseren Wurzeln, ermöglicht damit uns zu begreifen, ja zu verstehen, dass wir von Mutter Erde klaglos getragen werden, dass alles aus Ihr hervorgegangen und weiterhin hervorgehen wird. Wir sehen schließlich wieder das Blümchen am Wegesrand, hören die Vögel, riechen die Düfte der Blumen, Sträucher und Bäume, sind andächtig gebannt im Hier und Jetzt. - Welch Wunder bei jedem Schritt!

Und dort am Horizont, wo die Erde den Himmel zu berühren scheint, in jenen Momenten tiefen Glücks mit meinem Hund, erahne ich andachtsvoll das Große, aus dem mir auch dieses jetzt empfundene Glück erlebbar wurde. In solchen Momenten spüre ich (wieder): Ich lebe, - bin, - danke!

Und wenn leidvolle Tage kommen, mit schwerer Krankheit, erlebe ich immer wieder, dass mein Hund erspürt, was mir fehlt. Manchmal schien ein Haustier auch einen Teil meiner Last auf sich zu nehmen, wurde selbst krank oder starb gar! Welch unausgesprochene Liebe und Verbundenheit dahinter steckt!

So sollen und dürfen wir trauern, wenn unser treuer, lieber Freund und Lehrer zugleich durch sein Gehen eines Tages vollendet, was durch sein Kommen zu uns bereits begann. Dann heißt es nicht im Schmerz, der Trauer oder gar im Widerstand gegenüber der höheren Fügung gefangen zu bleiben, sondern dem gefügten Geschehen zuzustimmen und offenen Herzens Ausschau zu halten nach dem neuen Freund, der vielleicht schon auf uns wartet, um uns beim Gewahrwerden des Lebens, Seins, Werdens und Vergehens ein Stück des weiteren Weges zu begleiten!

„Man kann ohne einen Hund leben,
doch es lohnt sich nicht!“

                                                     Heinz Rühmann


Welpenerziehung
Au weiha - ja ich weiß, ich hätte mehr schreiben sollen, doch das Leben hat nach uns gegriffen, wir waren stets mitten drin, da bleibt meist keine Zeit zum Schreiben - doch ich erinnere mich noch ganz gut an das Wesentliche - und auf das kommt es ja schließlich bei Mensch und Hund an, oder? - Also, das Wesentliche ist, dass ich ein Hund bin und mein Herrchen Udo dies voll und ganz erkannt hat! Ja, das ist gar nicht so einfach; denn ihr Menschen versucht uns Hunde sehr oft zu Vermenschlichung und damit zu verkennen. Ich sehe es immer wieder in den Welpenkurs, in denen Udo mit zahlreichen Vergleichen mit Wölfen und Wildhunden aufzeigt wie verkehrt der Mensch z.B. an die Welpenerziehung geht. Und die ist doch gerade so wichtig für das spätere gemeinsame harmonische Gelingen zwischen euch Menschen und uns Hunden. An dieser Stelle möchte ich nur zwei Dinge erwähnen: Mischt keine Rudel, solange das Vertrauen und die Bindung zwischen den einzelnen Mensch-Hund-Teams noch nicht genügend gefestigt sind, sondern nutzt gerade solche Gelegenheiten dazu, euch uns Hunden als Rudelführer zu etablieren. Ja, das bedeutet, Ihr müsst uns beschützen und dürft nicht zulassen, dass wir in eurer Vertrauenszone von anderen Menschen oder Hunden bedrängt oder gar angegriffen werden! Wenn ihr das versteht, werdet ihr den Lohn ernten, nämlich dass wir in unserem ganzen Hundeleben uns immer wieder vertrauensvoll zu euch hinbewegen, also zu euch kommen, weil es unserem Wesen gemäß sowieso für uns das höchste Glück bedeutet. Nun lacht ihr bestimmt und sagt, dass das schön wäre, weil ihr Gegenteiliges täglich erlebt. Doch nur, weil ihr so viel verkehrt macht, dass es scheint, als wenn wir Hunde jede Gelegenheit wahrnehmen, um von euch wegzulaufen. Dann greift ihr wiederum zu vermenschlichten Maßnahmen und entfernt euch dabei nur noch weiter von unserem liebevollen und loyalen Wesen. Dabei würde mit ein bisschen Hundeverstand auch alles ganz gewaltlos gehen - fragt Udo, der uns schon sehr gut kennt.....!

"... diese Praxis der Gewaltlosigkeit ist auf alle fühlenden Lebewesen anzuwenden...., denn wo Bewusstsein ist, da sind auch Gefühle wie Schmerz, Trauerfreude und Heiterkeit. Kein fühlendes Lebewesen will Schmerz - im Gegenteil, alle wollen glücklich sein. Da wir alle diese Gefühle aus einem Grundniveau teilen, haben wir als vernunftbegabte Menschen die Pflicht, zum Glücklichsein anderer beizutragen und uns soweit es geht zu bemühen, Ihrer Ängste und ihr Leiden zu vermindern. Ich glaube fest daran, dass, je mehr wir uns um das Glücklichsein der anderen bemühen, unser eigenes Wohlbefinden umso größer sein wird...

                                                                             Dalai Lama

Und noch was an dieser Stelle: Eine Bitte - Vergegenwärtigt euch doch mal, was ihr mit dem Namen macht, den ihr uns Hunden einst voller Liebe, Freude, Erwartung, Hoffung und Glauben gegeben habt! - Na, fällt es euch auf? Ja, ihr verwendet ihn fast nur noch, um uns zu tadeln! - Stimmt's? Kein Wunder, wenn wir unseren Namen schon bald gar nicht mehr hören können  bzw. hören wollen. Darum lehrt mein Herrchen Udo stets, unsere Namen nur mit der größten Freude zu rufen; denn dann kommen wir auch stets voller Freude zu euch - versprochen!
 

Winterwanderung
Heute war für uns ein besonderer Tag; denn mein Herrchen Udo ist mit mir weit weg gefahren, um an einem Winterspaziergang mit fremden Hunden und Menschen teilzunehmen. Udo hatte lange überlegt, ob er es jetzt schon mit mir machen soll; denn er wollte mich weder einer Gefahr, noch unnötigen Möglichkeiten zu Fehlverhalten aussetzen, da ich ja ziemlich stark geworden bin und Udo sich nicht sicher war, wie ich reagiere, falls mich fremde Rüden dumm anschauen, anknurren oder gar angreifen würden. Nun, für Udo fing es sogleich ziemlich heftig an, als er als mein Rudelführer erst einmal die Lage sondierte - mich also noch im Auto lies, von wo aus ich sehen konnte, dass er sehr unsanft aus seiner heilen Hundewelt herausgerissen wurde. Als er sich einer ihm bekannten Hundetrainerin näherte, die mit einigen Menschen und Hunden zusammenstand, wurde er  ohne Vorwarnung von einem Hund in den Arm gezwickt. Gott sei Dank ist nichts passiert, weil der Hund einen leichten Maulkorb trug. Udo war sichtlich überrascht; denn ein Hund, der Aggressionen gegen Menschen auslebt, also Menschen beißt, ist nun wirklich ein Problemhund und bedarf professioneller Hilfe. Doch die Trainerin sagte lediglich, dass die Halterin des Problemhundes zu spät "nein" gesagt hätte und der Hund einen starken Schutztrieb habe. Doch mein Herrchen weiß genau, dass das Aggressionsproblem viel tiefer liegt und nicht am Symptom mit "nein" behandelt werden kann und darf; doch er sagte gar nichts, sondern blieb ganz ruhig und holte mich dann schließlich aus dem Auto, nachdem er sicher war, dass nun alles für mich in Ordnung ist. Doch führte er mich an der Leine, um mir die Sicherheit zu geben; denn es waren wilde Rüden dabei. Als Udo merkte, dass ich ganz ruhig und auf ihn konzentriert war und wir bereits einige hundert Meter gegangen waren, ließ er mich schließlich von der Leine. Es bildeten sich sogleich kleine Gruppen, doch ich blieb bei meinem Herrchen und schaute ihn immer wieder an. Menschen riefen durcheinander, es war laut und hektisch, immer wieder hörte ich "nein", "nein", "nein". Udo sagte gar nichts, sondern tätschelte nur ganz liebevoll meine Pelznase, mit der ich seine Hand immer wieder anstieß, um ihm zu zeigen, dass ich da bin, wenn er mich braucht. Udo strahlte schließlich; denn wir sind ein Dream-Team, er brauchte kein Wort zu mir zu sagen; denn ich ging nicht weiter als 10 Meter von ihm weg, kehrte dann sogleich zu ihm zurück und berührte wieder seine Hand als unser Zeichen der Verbundenheit. Ja, es ist wie eine Schleppleine, nur mental, an der ich an ihm hänge und die spannt, wenn ich unseren Wohlfühlabstand - wie Udo es immer nennt - von ca. 10 Metern überschreite, dann gehe ich unverzüglich zu ihm zurück und berühre wieder seine Hand mit meiner Schnauze. Udo musste sich heute nicht einmal nach mir umschauen, denn ich war meistens ganz nahe bei ihm, an seiner Seite, an meinem Platz, bei meinem Herrchen. Aus tiefer Freude gab Udo mir manchmal noch Handzeichen, auf die ich natürlich sofort reagierte. - Zuhause wieder angekommen, erzählte Udo Maria wie stolz er auf mich ist, dass ich mich tadellos, frei von jeder Aggression oder Ablenkung auch den anderen Hunden gegenüber verhalten hatte. Das war ein toller Tag für Udo und mich! Gleich ist es Mitternacht, dann geht er mit mir noch ins Gelände und morgen zum Collietreffen nach Ulm! Also bis bald!
 

Wir sind gut ins neue Jahr gekommen
Mausi hat rechtzeitig die Rescue-Tropfen bekommen, damit sie nicht so Angst vor der Knallerei hat. Mein Herrchen sagt immer, dass Mausi ein Herz wie Richard - äh - Rickarda Löwenherz hat und sich mutig allem und jedem entgegenstellt, in das sie reinbeißen kann; doch diese Knallerei - ach ja, und vor Sturm hat sie Angst - ja, weil sie da nicht reinbeißen und die Situation bereinigen kann. Mir hat all das sonderbare Getue der Menschen gar nicht ausgemacht. Mit meinem Herrchen war ich etwa eine Stunde zuvor im Gelände. Aus der Ferne sahen wir dann Leuchtraketen aufsteigen, doch mich hat das nicht interessiert, ich bin Spuren nachgegangen und meinem Herrchen gefolgt, so wie immer. Zuhause angekommen, zitterte Mausi immer noch. Mein Herrchen hat Mausi dann auf den Arm genommen, doch ist er mit ihr dann in den Garten gegangen, um ihr zu zeigen, dass es gar nicht schlimm ist. Doch erst im Bett unter der Decke fühlte sich Mausi dann wieder wohl :-)
 

Mein Herrchen ganz groß in der Zeitung
Heute hat mein Herrchen Udo mir die Samstagsausgabe der Günzburgerzeitung unter die Nase gehalten. Wau, ja, dass ist doch mein Herrchen ganz groß in der Zeitung, doch mit einem anderen Hund - Apollo!? Doch seine Augen schauen gar nicht so fröhlich drein und er hat mir auch erklärt warum:
Weißt Du Sammy, ich freue mich schon über das Interesse der Zeitung an meiner Arbeit im Tierheim, wodurch ja letztendlich dem Tierheim geholfen wird. Doch ich muss immer wieder an Hans Schlegels Worte auf dem Tierkommunikationsseminar Aratanka denken, auf dem ich damals mit Lady war, als er sinngemäß gesagt hatte: Ich erlebe immer wieder, dass wenn ich jemandem genau erkläre wie etwas zu machen ist und ihm dann die Leine in die Hand gebe, damit er es nun besser machen kann, dass dann derjenige genau seine alten Fehler weiter macht, so als ob ich chinesisch gesprochen, er also gar nichts verstanden hätte....
Dann erzählte Udo mir, was ihn etwas traurig macht; erst einmal, dass im Artikel steht, dass Apollo keinen guten Ruf hat! Nie und nimmer hat er das gesagt. Vielleicht haben Rottweiler keinen guten Ruf, aber Apollo? Dann zeigte er mir die Stelle:.... ein Leckerli kurz vor die dicke Brille... und sagte, schau doch, wer hat denn eine dicke Brille auf? Eine offensichtliche Färbung der Tatsachen durch die subjektive Einstellung des Redakteurs.... Und nichts vom ganzen Trainingssystem! Nichts von der Freiwilligkeit, die dem Hund stets eingeräumt wird, nichts von der Gewaltlosigkeit, nichts davon, dass Udo nicht einmal mehr nein sagt und nicht an der Leine zieht und stets ursächlich agiert. - Er nahm mich dann ganz liebevoll in den Arm und rieb mit seiner Nase meine Nase entlang und sagte wieder mehr mit seinem Herzen als mit Worten: Ach du bist doch mein Superburschi, wir sind ein Dreamteam und gleich gehen wir wieder los in die Natur... (Zum Zeitungsartikel erschienen am 2.12.06 in der Günzburger Zeitung. Autor Christian Schreiber. Dateigröße ~422KB)
 

Mein Herrchen und das Tierheim
Nun, die Tage und Wochen gehen dahin, mir und den anderen Hunden im Rudel geht es sehr gut: Jeden Tag mehrere Stunden verteilt über den ganzen Tag gehen wir in die Natur, mal an die Donau, mal an den Silbersee oder zum Heiligmannsee, Udo entscheidet immer ganz aus dem Hier und Jetzt heraus. Doch die letzten 14 Tage waren wir öfter an der Donau und das hatte einen speziellen Grund: Gleich daneben ist nämlich das Tierheim von Günzburg und mein Herrchen ist nun dort nicht nur der Webmaster, sondern nun auch der Hundetrainer! Ja, gerade die großen Hunde haben es manchmal sehr schwer weitervermittelt zu werden, weil sie so genannte Problemhunde sind. Und gerade denen widmet sich mein Herrchen ganz besonders! Er hat dort sogar schon einen Liebling - einen Rottweiler, den Apollo! Das muss ich euch ganz schnell erzählen: Also, morgens gehen wir meist dort an die Donau und dann fahren wir um die Ecke ins Tierheim. Dort ruhen wir uns aus, während Udo mit Apollo trainiert. Das könnt ihr euch hier anschauen. Apollo hat sensationelle Fortschritte gemacht! Nun hat sogar die Zeitung davon Wind bekommen und war mit Fotograf 2 Stunden dort, um alles über die Methoden von meinem Herrchen zu erfahren. Am Samstag, den 2.12.2006 soll alles dann in der Zeitung erscheinen. Ja, Apollo, der 50kg Rottweiler-Rüde ist sehr schwer zu bändigen, doch mein Herrchen hat bereits nach 3 Trainingsstunden ihn soweit an sich gebunden, dass er seine Schnauze nur noch an seinem Oberschenkel lässt. Die Hose sieht dann aber auch immer entsprechend aus, nämlich sehr durchnässt! Wir schnuffeln dann immer an der Hose und wissen dann genau, wer da an ihm geklebt hat.
Dann hat Udo dort noch Benji unter seiner Führung. Benji ist derjenige, den Udo damals eigentlich für sich wollte, doch sich dann für Lady entschieden hatte. Ja, Benji ist immer noch im Tierheim, daran seht ihr, wie problematisch er ist bzw. Herrchen sagt immer, nicht er ist problematisch, sondern die Menschen verhalten sich nicht richtig. So hat er durch sein artgerechtes richtiges Verhalten innerhalb von 10 Minuten problemlos Benjis Herz erobert und durfte sich sogar schon neben ihn in seine Zelle setzen! Die ersten Bilder könnt ihr hier ansehen.
 

Besonderer Gassigang - Wechsel in der Rangordnung
Ja, ich habe es heute ganz deutlich nicht nur in den Augen meines Herrchens, sondern auch an seiner ganzen Körperhaltung gesehen: Er war mächtig stolz auf mich! Warum? Weil ich heute den ganzen Rundgang, den wir mindestens einmal täglich gehen, vorbildlich an seiner Seite gegangen bin. - Ähh, nicht nur an seiner Seite, sondern ganz nahe an seinem Knie und habe ihn beinahe die ganze Zeit auch noch angeschaut! Ja, das macht wohl jedes Herrchen stolz, oder? Und auch wenn Udo stehen blieb oder auf der Stelle eine Links- oder auch Rechtswende machte, war ich stets an seiner Seite und habe ihn angehimmelt! Ja, er macht sich, so langsam arbeitet er sich zum Alpha hoch, das merke ich ganz deutlich und das macht mich ebenso stolz! Endlich muss ich mich nicht mehr um alles kümmern, sondern brauche nur noch an der Seite meines Herrchens zu sein. Es hat lange gedauert bis Udo nicht nur sein Herzensband zu mir pflegte, sondern nun auch das mentale Band oder die mentale Leine. Die ist nämlich sehr wichtig; denn daran erkennen wir Hunde, ob wir uns im Rudel sicher fühlen können. Heute z.B. genau auf diesem so wunderbaren Gassigang kam uns ein großer schwarzer Hund entgegen, dessen Frau etwas ängstlich dreinschaute und sofort innehielt, als sie uns kommen sah. Ich war gespannt auf mein Herrchen. Der sah sofort, dass ich die Ohren spitzte, meine Körperhaltung ganz leicht nach vorne verlagerte und meine Rute natürlich stolz emporragen ließ bereit für weitere Aktionen. Wenn er nun nicht reagiert, belle ich wieder wie sonst auch und übernehme dann natürlich die Führung bzw. kläre die Situation auf meine Weise, damit uns nichts passiert. Doch mein Herrchen war heute total präsent. Ich spürte leicht sein linkes Knie an meinem Körper, das mir signalisierte links vorbei zu gehen. Ich reagierte sofort auf diese Körpersprache und belohnte mich, indem ich ein Leckerli fraß, das er wie selbstverständlich für mich bereithielt. Und dann waren wir wieder alleine und gingen und tanzten so eng miteinander - mal links und mal rechtsherum - es war so ein tolles Gefühl! Ich bin auf mein Herrchen richtig stolz! - Als wir dann nach Hause kamen und in die Küche gingen, hatte sich auch dort etwas verändert; denn Udo hatte noch dieses unglaublich schöne und sichere Gefühl in sich. So stellte er sich dieses Mal in den Türrahmen, also mir demonstrativ in den Weg und schaute mich an, ohne ein Wort zu sagen. Ich schaute in seine Augen und wusste sofort was ich sollte: nämlich hier bleiben und warten. Ich machte sofort Sitz und schaute ihm zu, wie er für uns Hunde das Fressen zubereitete. Am liebsten wäre ich ja sofort aufgesprungen - wie sonst auch - doch heute war es anders als sonst und so wartete ich bis er mit meinem Napf, den ich bereits bei Familie H. in HH. hatte, zu mir kam. Doch ich musste schon wieder warten; denn er fraß erst daraus, oder sah es nur so aus? Auf jeden Fall erst als er genug hatte, stellte er mir meinen Napf hin und ging dann weg, ohne mich weiter zu beachten.
Als er nach einer Weile wiederkam und ich mich wie meistens so freute und ihn anspringen wollte, drehte er sich leicht, schaute weg und ging in ein anderes Zimmer. Ich ging hinter ihm her, um zu schauen, was jetzt los ist. Ich fing an zu brummen und versuchte mich an ihn zu drücken, doch er schaute einfach an mir vorbei. Au waih auh waiha - das darf ich ja nun (bei einem Alpha) nicht mehr machen, ich ging ein paar Schritte zurück, legte mich hin und behielt ihn genau in den Augen. Dann, nach ein paar Minuten schaute er mich ganz liebevoll an, machte nur sein pssss - psss und signalisiert mir mit einer einladenden Handbewegung,
dass ich nun zu ihm kommen darf. Wie ein geölter Blitz war ich da und dann war er wieder ganz mein altes Herrchen, dass mich knuddelte und mir immer wieder liebevoll über die Schnauze strich. - Ich freue mich schon auf heute Abend; denn dann unternimmt er mit mir bestimmt wieder einen Vollmondspaziergang, so wie all die Monate zuvor.

P.S. Es war wieder ganz toll, wir - Udo, Mausi und ich liefen alle ohne Leine durch das weite Gelände. Wir waren weit und breit ganz allein, nur der Mond ließ uns die Feldwege erkennen. Udo joggte fast die ganze Zeit, so dass ich oft auch laufen musste, um wieder an seine Seite zu kommen. Die frische Luft, die Stille und unsere gemeinsame Jagd durch die Nacht machte uns leicht und lustig. So kamen wir nach ca. 1,5 Std. glücklich wieder zuhause an und erzählten Frauchen wie toll es doch war und dass man das doch jede Nacht machen sollte.